Wintersemester 2012/13

Städte im Wandel- Transition Towns

Dozent: Norbert Rost
Diplom Wirtschaftsinformatiker, Leiter des Büros für Postfossile Regionalentwicklung Dresden

Wer langfristig denkt stellt schnell fest: Irgendwann müssen wir ohne Erdöl auskommen. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch jede Preiswelle an den Tankstellen rückt sie stärker ins Bewusstsein. Auch wenn die kurzfristige Diskussion sich dann schnell um Steuersenkungen dreht, sind die langfristigen Fragen doch andere:

• wie organisieren wir unsere Städte ohne Öl als Mobilitätstreibstoff? • ist unser heutiges materielles Wohlstandsniveau mit alternativen Energiequellen aufrecht zu erhalten? • wie kann der Abstieg vom Energiegipfel gestaltet werden? • welche Nebenwirkungen hoher Preise und Ölknappheit können auftreten und wie kann man sie mildern?

Das Modell der „Transition Towns“ empfiehlt: Lokal handeln, Gemeinschaften knüpfen, die eigene Stadt krisenfester machen. Was treibt Menschen, ihre Stadt zu verwandeln? Welche Wege gehen sie? Wie funktioniert „Transition“?

Tierschutz Artgerecht statt ungerecht - der Weg zu einer tierfreundlicheren Nahrungsmittelwirtschaft

Dozent: Stefan Johnigk
Geschäftsführer des Tierschutzvereins PROVIEH e.V.

PROVIEH ist ein Verein, der sich schon seit 1973 erfolgreich für eine artgerechte Nutztierhaltung einsetzt. Er will dabei keinem das Fleisch essen ausreden, stattdessen plädiert er eindrucksvoll für einen bewussten Konsum tierischer Produkte. Durch sein professionelles Auftreten und die zuverlässige, diskrete Arbeit mit den Tierhaltern hat PROVIEH auch das Vertrauen vieler Betreiber von z.B. Mastställen gewonnen. Ob dies Zugeständnisse auf Kosten der Tiere bedeutet, oder einen strategischen Schachzug darstellt, der zum Erfolg führt, wird Stefan Johnigk unter anderem erläutern.

Peak Oil

Dozent: Prof. Dr. Jan C. Bongaerts
Leiter des Lehrstuhl für Umwelt- und Ressourcenmanagement an der TU Bergakademie Freiberg
Dienstag, 27. November 2012, 19.45 Uhr, WER-1045

Wird uns das Öl ausgehen? Und wann? In den fünfziger Jahren prägte Shell-Experte Marion King Hubbert den Begriff des Oil Peak in einem Vortrag für die Southern District Division of Production of the American Petroleum Institute in Houston, Texas. Er sagte voraus, dass die höchste Ölförderung in den USA im Jahr 1970 stattfinden würde. 1974 wurde er in der National Geographic mit der Prognose zitiert, dass die globale Maximal Ölförderung für das Jahr 1995 zu erwarten sei. Seitdem wird diese Thematik intensiv diskutiert. Im Vortrag werden zahlreiche statistische Angaben über die globalen Ölreserven, Ölförderung und den Ölverbrauch präsentiert und bewertet. Es wird auf Förderkosten und so genannte unkonventionelle Lagerstätten und die Bedeutung des Ölpreises eingangen. Zum Schluss wird der Frage eines Handlungsbedarfs nachgegangen.

Wölfe - heimliche Rückkehr in Deutschland

Dozentin: Vanessa Ludwig
Projektleiterin Wolfregion Lausitz
Dienstag, 11. Dezember 2012, 19.45 Uhr, WER-1045

Nachdem die Wölfe Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland ausgerottet worden waren, gelang es einem aus Polen zugewanderten Wolfspaar im Jahr 2000 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen erstmals wieder, Welpen in Deutschland aufzuziehen. Mittlerweile leben elf Wolfsrudel und ein Wolfspaar in der Lausitz, die sich vom Nordosten Sachsens bis nach Süd-Brandenburg erstreckt. Auch in anderen Bundesländern gibt es bereits einzelne Wolfsrudel oder territoriale Wölfe. Vanessa Ludwig informiert in einem reich bebilderten Vortrag über die Ergebnisse der Wolfsforschung, die Biologie und Lebensweise der Tiere und das sächsische Wolfsmanagement. Interessierte Studenten, Mitarbeiter und Außenstehende sind herzlich eingeladen zum Zuhören und Diskutieren.

Ökologischer Fußabdruck in der TU Bergakademie Freiberg

Dozent: Matthias Schnauss
Dipl.-Ing
Dienstag, 18. Dezember 2012, 19.45 Uhr, WER-1045

Produktionsweise und Lebensstil bestimmen unseren Ressourcenverbrauch.
Dieser ist ein „Heißes Eisen“ unserer Industrie- und Konsumgesellschaft. Der Ökologische Fußabdruck bilanziert, wie viel natürliche Ressourcen wir in Anspruch nehmen, und kann aufzeigen, wie weit wir „über unsere Verhältnisse“ leben – aber auch den Weg in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung weisen.
Diese Wirkung entfaltet er durch die Darstellung von Fakten, vor allem aber durch Veranschaulichung und Bewusstmachen unserer Lebensweise und geringen Ressourceneffizienz. Er kann helfen, ein anderes Verständnis zu und einen anderen Umgang mit Ressourcen zu entwickeln, was eine massive Veränderung für unsere Gesellschaft bedeuten kann.
Der Vortrag stellt den Ökologischen Fußabdruck und seine Berechnung vor, zeigt die verschiedenen globalen, länderbezogenen, persönlichen und auch maßnahmebezogenen Betrachtungsweisen auf und benennt Handlungspotenziale.

Zuletzt geändert: %2014/%01/%25 %13:%Jan
Nach oben