Wintersemester 2013/14

Euch erwarten folgende Themen:

Cradle to Cradle

Dozent: Robert Meyer
Dienstag, 29. Oktober 2013, 19.45 Uhr, WER-1045

Man stelle sich eine Welt ohne Abfall vor, in der sich die Menschen darüber freuen können, dass konsumfreudiges Verhalten für ihre Umwelt förderlich ist – ohne die Einschränkungen und Bemühungen, die das gegenwärtige Vermeiden, Reduzieren und Sparen „der Umwelt zuliebe“ mit sich bringen. Das ist die Welt, die uns das von Michael Braungart und William McDonough entwickelte Cradle to Cradle®-Designkonzept eröffnet, indem es „öko-effektiv“ anstatt „öko-effizient“ ist. Fälschlicherweise werden diese Begriffe häufig synonym benutzt, es gibt jedoch einen großen Unterschied: Im Gegensatz zur Minimierung der Stoffströme bedeutet Öko-Effektivität die Neuerfindung von Produkten, so dass zyklische Stoffwechselkreisläufe erzeugt werden. Diese naturnahe Produktionsweise ermöglicht es, Materialien immer wieder neu zu nutzen, ohne dass ein Qualitätsverlust stattfindet – und macht damit den heutigen Abfallbegriff überflüssig. Dieses Designkonzept soll den Weg zu einem neuen Wirtschaftssystem bereiten, in dem Produkte und Prozesse nicht reglementiert werden müssen, um die Umwelt weniger zu schädigen. Im Gegenteil: mit ihrer positiven Wirkung auf Mensch und Umwelt sollen Cradle to Cradle®-Produkte sogar einen möglichst großen, positiven „ökologischen Fußabdruck“ hinterlassen. Robert Meyer ist Wisssenschaftler bei der EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) und persönlicher Referent von Prof. Dr. Michael Braungart, einem der Entwickler des Cradle to Cradle®-Prinzips

Abfälle in den Weltmeeren - Herausforderungen von heute und morgen an Herstellung und Recycling von Verpackungsmaterial

Dozent: Prof. Dr.-Ing. Gilian Gerke
:!: geändert :!: Dienstag, 12. November 2013, 19.45 Uhr, WER-1045

Abfälle in den Weltmeeren werden immer mehr das globale Sorgenkind der Moderne. Jährlich gelangen ca. 6,4 Millionen Tonnen in die Meere. Fast die Hälfte des produzierten Kunststoffs wird für kurzlebige Produkte verwendet. Dabei haben gerade Kunststoffabfälle einen großen Einfluss auf die marine Artenvielfalt. Über die Nahrungsaufnahme und Anreicherung von Mikroplastik in Speisefischen und Meeresfrüchten können diese Abfälle auch für den Menschen eine Gefahr darstellen. So rückt das Problem der Entsorgung in den Weltmeeren immer stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Was mit Aktivitäten von Meeresschützern begann, ist längst eine Aufgabe der Industrie, der Politik und der Zivilgesellschaft geworden. Aber: Können wir die Ozeane wirklich säubern? Sind Verbote von Materialien der richtige Weg? Wer übernimmt die umsetzende und finanzielle Verantwortung? Prof. Gerke ist seit Oktober 2012 als Professorin der Kreislaufwirtschaft mit den Schwerpunkten Ressourcenwirtschaft, Ökobilanzierung und Nachhaltigkeit am Fachbereich Wasser- und Kreislaufwirtschaft der Hochschule Magdeburg-Stendal tätig. Dieser für das Sommersemester 2013 geplante Vortrag musste wegen des Junihochwassers ausfallen und wird nun nachgeholt.

Hochwasser - Entstehung, Gegenmaßnahmen, Hochwasserschutz

Dozent: Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Schmidt
Dienstag, 10. Dezember 2013, 19.45 Uhr, WER-1045

Die Bilder des Junihochwassers 2013 sind längst nicht vergessen und haben auch viele Erinnerungen an die Flut vom August 2002 geweckt. Der Vortrag beleuchtet zunächst Hochwässer und ihre Folgen sowie die Entwicklung von Auen. Die vielfältigen Ursachen von Hochwasser werden aufgezeigt. Außerdem werden Möglichkeiten des technischen Hochwasserschutzes und naturnahe Hochwasserschutzmaßnahmen vorgestellt.
Der Vortrag ist eine gemeinsame Veranstaltung der Vorlesungsreihen der AG Umwelt „Wo hört Umwelt eigentlich auf?“ und des NABU „Nachhaltiger Hochwasserschutz“. Prof. Dr. rer. nat. habil. Jürgen Schmidt ist Inhaber der Professur für Boden- und Gewässerschutz an der TU Bergakademie Freiberg.

Intelligent verschwenden - Neue Wege im Umgang mit Energie

Dozent: Prof. Timo Leukefeld
:!: geändert :!: Dienstag, 17. Dezember 2013, 19.45 Uhr, WER-1045

Kann ein Haus vollständig ohne Anschlüsse an das öffentliche Energieversorgungssystem auskommen? Wie muss es aussehen und wie konzipiert sein, um sich energetisch selbst zu versorgen? Kann das funktionieren: die Heizung aufdrehen und trotzdem sparen?

Prof. Timo Leukefeld zeigt neue Wege im Umgang mit Ressourcen und Energie: Weg von dem Verbrauch endlicher Rohstoffe hin zu einer zukünftigen Kultur des Gebrauchens. Nicht das schlechte Gewissen ist Dreh- und Angelpunkt seiner energetischen Konzepte, sondern die kluge Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Mit der Konsequenz, dass nicht Verzicht im Vordergrund steht, sondern intelligente Verschwendung! Energieexperte Leukefeld baut mit seinen Konzepten von energieautarken Gebäuden auf den kostenfreien und krisensicheren „Rohstoff Sonne“ zur Eigenversorgung mit Strom, Wärme und Mobilität.

Prof. Timo Leukefeld ist Honorarprofessor für Solarthermie an der Studienakademie Glauchau. Er ist Leiter der Projektgruppe „Das Energieautarke Haus“ und mehrfacher Träger des deutschen Solarpreises. Er lehrt auch in Freiberg u. a. im Modul „energieautarke Gebäude“.

Virtuelles Wasser - Auf der Spur des versteckten Wasserkonsums

Dozent: Dipl.-Ing. Claudia Halbe
Dienstag, 07. Januar 2014, 19.45 Uhr, WER-1045

Die Deutschen sind Europameister im Wassersparen. Der tägliche Haushaltswasserbedarf in Deutschland ist auf weniger als 130 Liter pro Person zurückgegangen. Doch ist dies nur ein sehr geringer Teil unseres tatsächlichen Wasserbedarfs. Der liegt um ein Vielfaches höher – bei mittlerweile ca. 4000 Liter pro Person und Tag! Neben Trinkwasser aus der Leitung fürs Kochen, Waschen oder Toilettenspülung benötigen wir so genanntes „virtuelles Wasser“, um all die Waren zu produzieren, die wir täglich brauchen – von der Kaffeebohne über den Mikrochip bis zur Jeans. Anhand verschiedener Beispiele wird der reale Wasserverbrauch des Menschen untersucht, es werden die weltweiten Auswirkungen aufgezeigt und Handlungsalternativen vorgestellt. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Wasser „verstehen“ wollen und sowohl lokal als auch global einen persönlichen Beitrag zur besseren Anpassung des menschlichen Wasserbedarfs an die Wasserverfügbarkeit leisten möchten. Dipl.-Ing. Claudia Holbe ist stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins arche noVa e.V. Dresden. Im Verein arbeiten Experten für die Bereiche humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Bildungsgramme für In- und Ausland zusammen.

Zuletzt geändert: %2014/%01/%23 %15:%Jan
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